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BEWEGUNG |
GOOD VIBRATIONS: Ein neuartiges Trainingsgerät bringt schlaffe Muskeln wieder in Schwung.
Schwing dich fit!

Wer auf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Hannover durch die Hallen ging, konnte sich nur wundern: Dutzende von Besuchern waren da zu sehen, die einen dünnen, biegsammen Kunststoffstab in der Hand hielten, mit dem sie teils zaghaft, teils energisch herumwackelten - un dabei offenkundig viel Spaß hatten.
An einem Stand erläuterte die Sport-Physiotherapeutin Barbara Klein den nuegierigen Diabetes-Fachleuten, was es mit dem "Flexi-Bar" - so der Name des Geräts - auf sich hat. Das Prinzip ist denkbar einfach. Man fasst den Flexi-Bar in der Mitte an, lässt dabei den Arm relativ starr, und bringt den Stab mit kleinen Bewegungen zum Schwingen. anschließend hält man ihn durch kleine Bewegungs-Impulse weiter am Schwingen. Das trainiert Kraft, Ausdauer und Koordinationsvermögen, denn der Körper versucht reflexartig, die feinen Schwingungen auszugleichen. Dabei werden, je nach Übung, eine ganze Reihe von Muskeln aktiviert, "Und zwar insbesondere die tief liegenden Muskeln, die mit herkömmlichen Fitnessübungen und Fitnessgeräten kaum zu erreichen sind", sagt Barbara Klein. So eignet sich der Flexi-Bar auch besonders gut, um Rückenproblemen vorzubeugen. Zum einen werden die tiefen Rückenmuskeln gekräftigt, zum anderen lösen sich aber auch schmerzhafte Verspannungen der oberflächlichen Rücken- und Nackenmuskeln. Übrigens ein Grund, warum das Gerät schon seit längerem in der Rehabilitationsbehandlung eingesetzt wird - beispielsweise bei Patienten mit Bandscheibenproblemen. Aber auch der sonst schwer zu trainerende Beckenboden lässt sich mit dem Flexi-Bar kräftigen, was für Menschen mit Kontinezproblemen nützlich sein kann.
Doch so einfach das Ganze aussieht: Die Arbeit mit dem Flexi-Bar ist nicht "ohne". Beim Üben kann man ganz schön ins Schwitzen kommen. Denn je stärker der Flexi-Bar schwingt, umso anstrengender wird es, gegenzuhalten. "Anfänger sollten jede Übung nur für 20 bis 30 Sekunden machen", sagt Barbara Klein. Mit etwas Routine schafft man dann die empfohlene Minute pro Übung, dreimal wöchentlich. Wichtig: Wer dabei Schmerzen hat, sollte nicht mit dem Flexi-Bar trainieren. Dasselbe gilt bei entzündlichen Reizzuständen im Bereich von Schulter oder Wirbelsäule und für schwangere Frauen ab dem siebten Monat. Wer schon länger keinen regelmäßigen Sport mehr betrieben hat, sollte sich vom Arzt durchchecken lassen, bevor er mit dem Stab-Training beginnt. Und natürlich dürfen Diabetiker, die unterzuckergefährdet sind, den blutzuckersenkenden Effekt der Übungen nicht unterschätzen. Das heißt: Die Therapie muss entsprechend angepasst werden (z.B. die Insulindosis verringert werden) und schnell wirkende Kohlenhydrate für den Fall einer Unterzuckerung bereitliegen.
Ein weiterer Vorteil: Wer Probleme mit den Füßen hat, kann fast alle Übungen auch im Sitzen auf einem Hocker oder auf einem Pezzi-Ball durchführen. der Flexi-Bar kostet ca. 90 Euro und ist über den Sportfachversand, in Sportabteilungen einiger Kaufhäuser und bei Fitness-Studios, die Kurse damit anbiten, erhältlich.
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Die Blockflöte
Aufrecht hinstellen, Füße schulterbreit auseinander. Blick geradeaus. Flexi-Bar locker mit beiden Händen greifen, Daumen zeigen dabei zum Körper. Arme in Brusthöhe so weit strecken, dass die Ellenbogen leicht angewinkelt bleiben. Flexi-Bar eine Minute vor und zurück schwingen lassen. |
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Die Löwenjagd
Aufrecht hinstellen. Einen großen Ausfallschritt nach vorne machen, Oberkörper leicht nach vorne neigen, Rücken gerade lassen. Arm der gleichen Seite wo weit ausstrecken, dass der Ellenbogen leicht gebeugt ist. Flexi-Bar senkrecht halten und 1 Minute vor und zurück schwingen lassen. Mit der anderen Seite wiederholen. Auch im Sitzen möglich. |
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Der Pfau
Aufrecht hinstellen, Füße schulterbreit auseinander, Blick geradeaus. Flexi-Bar einhändig locker greifen, Daumen zeig nach vorne. Arm so weit zur Seite strecken, dasss der Stab hinter dem Oberschenkel seitlich schwingen kann. Ellenbogen leicht gebeugt lassen. Flexi-Bar 1 Minute schwingen lassen, zur anderen Seite wechseln. Auch im Sitzen möglich. |
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Die Tulpe
Mit gespreizten Beinen aufrecht auf den Boden setzen, Fersen aufsetzen, 90-Grad-Winkel in den Knien. Stab mit beiden Händen locker greifen, Daumen zeigen nach unten. Flexi-Bar vor und zurück schwingen, dabei Oberkörper langsam nach hinten neigen, Rücken bleibt dabei gerade. 1 Minute schwingen, langsam wieder aufrichten. |
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Der Schmetterling
Weite Beinposition, Rücken bleibt aufgerichtet, Blick geradeaus. Flexi-Bar beidhändig greifen, Daumen zeigen zum Körper. Arme nicht ganz ausstrecken. Stab 1 Minute vor und zurück schwingen. Auch im Sitzen möglich |
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Die schräge Tulpe Übungen wie bei der Tulpe. Beim Zurücklehnen Oberkörper zusätzlich zur Seite drehen. 1 Minute schwingen, in die Ausgangspostion zurückgehen. 60 Sekunden Pause, Übung zur anderen Seite wiederholen. |
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Der tiefe Schmetterling
Weite Beinposition. Flexi-Bar mit beiden Händen waagerecht greifen, Daumen zeigen zum Körper, Ellenbogen bleiben leicht gebeugt. Rumpf in der Hüfte etwas nach vorne knicken, Rücken bleibt stets gerade (kein Hohlkreuz, kein Rundrücken). Stab mit einer HOch-Tief-Bewgung 1 Minute lang in Schwingung versetzen. |
| DIABETIKER RATGEBER | Februar 2005 |
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